Palettenregale gehören in vielen Lagern zur Grundausstattung. Bei der Planung eines neuen Lagerbereichs oder beim Umbau einer bestehenden Halle stellt sich früh die Frage, wie viele Palettenstellplätze auf der verfügbaren Fläche möglich sind und wie sich die Regale in das Layout einfügen. Mit einem einfachen Baukasten für Palettenregale beantworten Sie diese Frage direkt im 3D-Layout – schnell und ohne Herstellerdaten.
Der Regalbaukasten ist Bestandteil der Standard-Modellbibliothek der Fabrikplanungssoftware visTable®. In diesem Beitrag zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie damit ein Palettenregal dimensionieren, im Layout entwerfen und anschaulich visualisieren.
Baukasten für Palettenregale
Palettenregale stiften überall dort Nutzen, wo Material auf Europaletten gelagert wird. Typisch ist die Ausführung als Hochregal. Der Abstand der Ständer ist in der Regel auf das kurze Maß der Europalette abgestimmt, sodass Standardpaletten einfach ein- und ausgelagert werden können. Auch kreative Lösungen sind möglich: In Kombination mit Rollenbahnen wird das Palettenregal zum Durchlaufregal, und Gitterroste sorgen dafür, dass auch kleinere Lagergüter in den unteren Ebenen gut im Zugriff liegen.
Gerade in der Konzeptphase ist die exakte Konfiguration eines solchen Lagersystems noch zweitrangig. Vielmehr gilt es, in groben Varianten zu denken und Planungsideen schnell virtuell umzusetzen. Genau diese Freiheit schafft ein einfacher digitaler Baukasten: Statt Herstellerspezifikationen zählt ein schneller dreidimensionaler Entwurf, den Sie in der virtuellen Fabrik ausprobieren können. So entsteht früh eine verlässliche Orientierung zur Machbarkeit.
Der Baukasten wird mit der Standard-Modellbibliothek von visTable® ausgeliefert. Er enthält Regalständer, vorkonfigurierte Holmböden in mehreren Standardlängen sowie einen einzelnen Holm für Sonderkonstruktionen. Sie platzieren die Elemente wie jedes andere Objekt der Bibliothek direkt im Layout.
Welche Freiheitsgrade sind wichtig?
Durch das Palettenmaß von 1.200 × 800 mm ist das Raster eines Palettenregals relativ fix, ebenso seine Tiefe. Variabel sein müssen dagegen die Anzahl der Lagerebenen und die Fachhöhe. Außerdem sollte die Ausrüstung etwas Raum zum Experimentieren lassen. Für einen einfachen Baukasten genügen deshalb Ständer und vorkonfigurierte Holmpaare.

Bewährt hat sich auch beim Lager das Denken von innen nach außen: Zuerst ermitteln Sie auf Basis der Lagergüter den Bedarf an Fächern und deren Abmessungen. Arbeiten Sie dabei mit Lagergut-Typen, das erhält die Flexibilität der Planung. Eine Typisierung kann zum Beispiel nach Gewicht, Abmessungen oder besonderen Anforderungen wie dem Brandschutz erfolgen. Nicht jedes einzelne Lagergut muss im Entwurf des Lagersystems bereits bekannt sein.
Für die Lagerlogistik spielen vor allem die Zugriffshäufigkeiten eine Rolle. Verbinden Sie die Lagergut-Typen mit einer Klassifizierung der Zugriffshäufigkeit, erhalten Sie bereits eine ausreichend detaillierte Basis für den Entwurf des Palettenregals.
Raster und Ständer festlegen
Ist die Dimensionierung abgeschlossen, geht es an den Entwurf. Er beginnt mit der Ständerhöhe. Im einfachsten Fall sind alle Ständer gleich hoch: Sie stellen einen Regalständer aus dem Baukasten auf die richtige Höhe ein und duplizieren ihn mehrfach. Für Hochregale stapeln Sie einfach zwei Ständer übereinander. Mit der Pulkfunktion von visTable®touch gelingt das schnell und effektiv.
Für den Abstand der Ständer wählen Sie ein Standardraster, damit immer vollständige Stellplätze entstehen. Beachten Sie auch, dass Regalbediengeräte und Stapler an den Gangenden gegebenenfalls einen Überlauf benötigen. Nicht die gesamte Länge eines Regalgangs lässt sich also mit Fächern belegen. Verzichten Sie im Zweifel im Entwurf lieber auf eine Spalte, statt später festzustellen, dass die letzte Spalte kaum nutzbar ist.

Regalböden einsetzen
Nun folgen die Regalböden. Standard ist ein Holmpaar pro Ebene. Der Baukasten enthält Holmpaare in mehreren Standardlängen für zwei, drei oder vier Paletten; für Sonderkonstruktionen steht ein einzelner Holm zur Verfügung. Möchten Sie Regalböden individualisieren, erstellen Sie sich im Vorfeld eigene Varianten aus Elementen anderer Kataloge der Modellbibliothek: Geneigte Röllchenbahn-Schienen sind zum Beispiel im Rundrohrkatalog enthalten, Gitterroste finden Sie unter Gebäudeausrüstung. Praktisch ist es, aus diesen Elementen Module zu erzeugen. Standardmodule lassen sich im visTable®ObjektManager verschweißen – so entsteht schnell ein individueller Baukasten für Regalböden nach Ihren Anforderungen.

Zum Abschluss setzen Sie die vorkonfigurierten Regalböden zwischen die Ständer. Mehrere gleiche Ebenen erzeugen Sie mit der Pulkfunktion in einem Zug. Fachhöhen lassen sich nachträglich mit Heben/Senken in der 3D-Ansicht zentimetergenau korrigieren.
Regalspiegel für Palettenregale
Den letzten Schliff erhält der Entwurf durch eine anschauliche Visualisierung der geplanten Regalbelegung. Dafür bietet visTable® den Katalog Regalspiegel mit diversen Lagergütern auf Europaletten, etwa KLTs, Coils oder Kartons. Die Besonderheit: Jedes dieser Modelle enthält zwei Schriftfelder, eines für die Materialnummer und eines für den Lagerplatz. Über die Ausrüstungsliste lassen sich diese Angaben exportieren, zum Beispiel in Excel bearbeiten und wieder importieren. So entsteht ein anschaulicher dreidimensionaler Regalspiegel, der das Palettenregal aus dem Baukasten ebenso wie jedes andere Regal im visTable®-Lagerlayout mit Leben füllt.

Fazit
Mit dem Baukasten aus der Standard-Modellbibliothek entsteht ein Palettenregal im 3D-Layout in wenigen Schritten: Raster festlegen, Ständer platzieren, Regalböden einsetzen und die Belegung mit dem Regalspiegel visualisieren. So lassen sich Lagervarianten früh vergleichen und mit allen Beteiligten abstimmen.
Welche Lagerart sich für Ihre Anforderungen eignet und worauf es bei Regalanordnung und Regalbelegung ankommt, lesen Sie in unserem Beitrag Wie funktioniert Regalplanung für Lagerhallen?



